Eigene Kräutermischungen

Es gibt eine Vielzahl von Kräutermischungen, die bereits fertig im Handel angeboten werden. Doch wenn Du ein kreativer Mensch bist und Dir gerne Deine eigene Räuchermischung herstellen möchtest, habe ich eine gute Nachricht für Dich: Deinem Vorhaben steht nichts im Wege! In diesem Beitrag zeige ich Dir, wie Du mit der richtigen Vorbereitung und den richtigen Zutaten Deine eigene Kräutermischung zum Räuchern selbst mischen kannst.

Räuchermischung herstellen: Die 10 besten Zutaten für Anfänger

Für die Herstellung von Räuchermischungen benötigst Du natürlich unterschiedliche Materialien. Neben den eigentlichen Räucherstoffen wie Blüten, Harze, Hölzer, Kräuter, Wurzeln oder auch tierische Sekrete benötigst Du für Deine Produktion noch Mörser & Stößel oder alternativ eine Kaffeemaschine oder Pfeffermühle.

Bei der Herstellung Deiner Kräutermischung solltest Du besonders am Anfang auf Rohstoffe zurückgreifen, die in der Handhabung recht einfach sind. Die folgenden Zutaten können nahezu beliebig untereinander vermischt werden und sind daher äußerst anfängerfreundlich:

1. Weihrauch (Olibanum): Bereits fertig gemahlener Weihrauch eignet sich hervorragend für all diejenigen, die bisher kaum Erfahrung in der Herstellung sammeln konnten. Die Zutat muss nicht erst zerkleinert werden und Du musst den Mörser nicht von klebrigen Resten befreien.
2. Sandelholz (Holz) verzaubert Dich mit dem typisch weichen, samtig warmem und süßlichem Duft des Orients. In Kräutermischungen nimmt Sandelholz anderen Düften die Schärfe und Schwere.
3. Patchouli Blätter: Patchouli gilt als der Duft der Blumenkinder – die einen lieben ihn, die anderem mögen ihn gar nicht. Es besitzt ein erdig-krautiges, leicht süßes Aroma.
4. Rosen Blätter: Die Rose kann sich, eingebunden in das Aroma von Harzen wie z.B. Weihrauch ,im Rauch hervorragend entwickeln und verleiht Räuchermischungen eine zarte, blumige und sinnliche Nuance.
5. Mastix (Harz): Mastrix ist ein echter Geheimtipp. Es riecht hervorragend frisch nach Zitrone, ohne dabei aufdringlich zu sein.
6. Benzoe Siam (Harz): Häufig ist Benzoe Hauptbestandteil in Räucherstäbchen. Es sollte immer zusammen mit mindestens einem Räucherstoff genutzt werden, denn es entwickelt anfangs einen äußerst beißenden Rauch. Dafür versprüht es ein vanillig-feines Aroma.
7. Myrrhe (Harz): Myrrhe wird seit mehr als 3000 Jahren als Kult-, Heil- und Räuchemittel verwendet. Eine Myrrhe Räucherung hilft Dir bei Stress, innerer Unruhe, Schlafstörungen oder auch nach einer schweren geistigen Arbeitstätigkeit.
8. Styrax (Harz): In der Antike war der schwarze Styrax der wichtigsten Räucherstoff überhaupt. Es wirkt entspannend und beruhigend und eignet sich deshalb hervorragend für Abendräucherungen.
9. Gummi Arabicum (Harz): Der Rohstoff ist fast duftlos, weshalb er gut als Trägerstoff für andere Aromen verwendet werden kann.
10. Dammar: Dammar riecht zitronig-frisch und wirkt euphorisierend und stimmungsaufhellend.

Die Vorbereitung der der Zutaten für Kräutermischungen

Allgemein gilt: Je feiner Du die Zutaten zerreibst, desto homogener wird Dein Duft der fertigen Mischung werden. Klebrige Harze kannst Du gut zerkleinern, wenn Du sie vorher einfach einfrierst, damit sie feiner zerbröseln. Hölzer kannst Du mit einer Muskatreibe oder einer Holzfeile zerreiben. Blüten und Kräuter werden hingegen einfach klein geschnitten oder alternativ im Mixer zerkleinert.
Bewahre fertige Zutaten dunkel und kühl auf und nutze im Idealfall eine verkorkte Flasche zur Aufbewahrung.

Kräutermischungen herstellen: Schritt-für-Schritt-Anleitung

– Suche Dir zuerst passende Räucherstoffe Deiner Wahl nach Deinen Vorlieben bezüglich der Wirkung, des Duftes usw. raus.
– Die Räucherstoffe werden anschließend mit einem Mörser und Stößel, einer Kaffeemühle oder ähnlichen Werkzeugen zerkleinert.
– Die zerkleinerten Räucherpflanzen und alle anderen Substanzen werden nun unter Beachtung des passenden Mischverhältnisses gut zu vermengt, sodass sie dann verräuchert werden kann. A

Tipp: Wenn Du keine Erfahrung mit dem richtigen Mischverhältnissen hast, kannst Du Anfangs ruhig damit beginnen, alle Rohstoffe in gleichen Teilen zu dosieren. So tastest Du Dich langsam an das richtige Verhältnis ran. Insofern beim Verbrennen ein Stoff enorm stark hervor sticht, ,kannst Du ihn bei Deiner nächsten Mischung dementsprechend reduzieren.

So findest Du das richtige Mischverhältnis

Nachdem Du Dir die richtigen Räucherstoffe rausgesucht hast, beginnt die eigentliche Arbeit des Experimentierens nach einer sogenannten systematischen Methode. Dazu empfiehlt sich hervorragend die Akkord-Methode. Es handelt sich dabei eigentlich um eine Kompositionstechnik von Parfümeuren. Diese kannst Du sowohl für das Kreieren von Mischungen auf Basis der Düfte einsetzen, als auch hinsichtlich der Wirkung der Räucherstoffe.

Die Akkordmethode

Nimm Dir als Basis den wichtigsten Räucherstoff und mische ihn mit einem zweiten Rohstoff im Verhältnis 1:1, 2:1 und 1:2. Prüfe, welche der Mischungen Dir am meisten zusagt. Ist z.B. 2:1 die bessere Mischung, teste im nächsten Schritt das Mischverhältnis 3:1. Ist allerdings die Mischung 1:2 diejenige, Die dir am besten gefällt, musst Du in die andere Richtung erhöhunen, also 1:3. Experimentiere so lange weiter, bis Du das beste Ergebnis erreicht hast. Erst wenn beide Stoffe gut zueinander passen, gibst Du einen dritten Räucherstoff hinzu und prüfst erneut die psychische und geruchliche Wirkung. Setze diesen Prozess des Mischens so lange fort, bis Du dein persönliches Duft- und Wirkungs-Ziel erreicht hast und alle ausgewählten Räucherstoffe in die Mischung integriert wurden.

Berücksichtige hierbei, dass sich einzelne Räucherstoffe beim Mischen in ihrer Wirkungs- und Duftintensität überlagern oder sich gegenseitig sogar aufheben. Zwar erfordert die Akkord-Methode zur Herstellung von Kräutermischungen etwas Geduld, dafür wirst Du am Ende aber mit einem hervorragenden Ergebnis belohnt.

Tipps für die Herstellung einer Räuchermischung

Als Anfänger kannst Du erstmal einfach auf ein bestehendes Rezept aus dem Erfahrungsschatz der verschiedenen Kulturen zurückzugreifen. Bei Bedarf kannst Du die Rezeptur nach Deinen Vorstellungen modernisieren. Beachte, dass es schwache und auch sehr stark riechende Rohstoffe gibt, was sich durch deren unterschiedliche Beschaffenheit begründen lässt. Kräuter duften so beispielsweise wesentlich schwächer als ätherische Öle oder Harze. Um eine wohlriechende Räuchermischung herzustellen, solltest Du idealerweise eine gute Stoffkenntnis besitzen. Daher solltest Du Dir als Räucherfreund ein entsprechendes Wissen im Vorfeld aneignen.